7. Wie wir uns Materialien und Wissen zur Verfügung stellen – Wissensmanagement

7. Wie wir uns Materialien und Wissen zur Verfügung stellen – Wissensmanagement
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Die schulinterne Zusammenarbeit im Team bzw. die Kooperation aller beteiligter Personen (Schulleitung, Lehrpersonen, Schulpflege, Fachpersonen, Schulsozialarbeitende, Mitarbeitende vom Schulsekretariat u.a.) stellt in der Schule Musterhausen einen wichtigen Punkt schulischer Qualität dar. Ziel der Zusammenarbeit an unserer Schule ist es, deren Mitglieder so miteinander kooperieren und kommunizieren, dass …

  • die Einzelnen in ihrer Aufgabenerfüllung unterstützt,
  • das Kollegium in seiner Handlungsfähigkeit und Leistungsfähigkeit gestärkt sowie
  • die Qualität und das Profil der ganzen Schule stetig weiterentwickelt werden.

Der interne Austausch von Informationen und Wissen ist demnach sowohl auf der Ebene Unterricht wie auch auf der Ebene Schulorganisation wichtig.

Die Zusammenarbeit und der bewusste Austausch von Informationen und Wissen an unserer Schule wird durch die Nutzung geeigneter Zeitgefässe, Verfahren und Instrumente gefördert und gepflegt:

  • Konvente, Teamsitzungen
  • Lerntandems
  • Vorbereitungs- und Auswertungsgruppen
  • stufen- und/oder themenbezogene Arbeitsgruppen
  • verbindliche Regeln der Zusammenarbeit
  • klare einfache Regeln zur Ablage bzw. Speicherung von Informationen und Materialien
  • klare einfache Regeln zur Nutzung von digitalen Kollaborationstools
  •  …

Die Schule Musterhausen nutzt ICT gezielt und verbindlich für die interne Zusammenarbeit und für den Austausch von Informationen, Wissen und Materialien.

admin
Vorgehen

Tragen Sie zusammen, welche Zeitgefässe, Verfahren und Instrumente für den gezielten Austausch von Informationen, Wissen und Materialien innerhalb der Schule eingesetzt werden. Stellen Sie fest, wie die Zusammenarbeit und der bewusste Austausch innerhalb der Schule gefördert und gepflegt werden.

Überlegen Sie sich, wie digitale Medien und ICT den Prozess der Zusammenarbeit und den gegenseitigen Austausch unterstützen und fördern können. Bestimmen Sie die Arbeitsbereiche  und die Personenkreise, die davon profitieren sollen.

Erläuterungen & Hintergrundinformationen

Das Teilen von Informationen und Materialen, die Zusammenarbeit unter den an der Schule tätigen Personen hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Digitale Technologien unterstützen diesen Prozess.

Ziele der Zusammenarbeit in der Schule

«Ziel ist eine Schule, deren Mitglieder so miteinander kooperieren und kommunizieren, dass die Einzelnen in ihrer Aufgabenerfüllung unterstützt, das Kollegium in seiner Handlungsfähigkeit und Leistungsfähigkeit gestärkt sowie die Qualität und das Profil der ganzen Schule stetig weiterentwickelt werden» (Quelle: Auszug aus Handbuch Schulqualität, Kap. 6.8).

Ebenen der Zusammenarbeit und des Wissensaustausches

Ebene Unterricht 

Die Berufsanforderungen verlangen, dass Lehrpersonen sowohl in Bezug auf die Unterrichtsinhalte, als auch in Bezug auf die Didaktik des Unterrichtes up-to-date sind. Dieser Prozess ist aufgrund der explosionsartigen Vermehrung der verfügbaren Informationen komplex und aufwändig. Den Ansprüchen können nur Schulen gerecht werden, in denen Lehrpersonen erworbenes Wissen und vorhandene Materialien austauschen. Dazu gehören zum Beispiel:

  •  Planungsunterlagen und Materialien zu selbst erarbeiteten Unterrichtssequenzen
  •  Arbeitsblätter zu bestimmten Themen aus Lehrmitteln
  •  Hinweise auf erprobte Unterrichtsmaterialien
  •  Links zu praxistauglichen Internetangeboten
  •  …

Digitale Technologien vereinfachen den Austausch. Dabei muss stets der Datenschutz beachtet werden.

Ebene Schulorganisation

Die digitale Dokumentenorganisation und Kollaboration wiederspiegelt und unterstützt die Schulorganisation. Neben allgemeinzugänglichen Bereichen organisieren sich Teams (Bsp. Stufenteams, Sonderpädagogische Teams) in eigenen Bereichen. Inwiefern diese Bereiche allen zugänglich sind oder nur den Teams, hängt u.a. von der Kultur der Schule (Bsp.  wir teilen alles) und den Anforderungen des Datenschutzes ab. 

Sobald mehrere Personen involviert sind, ist es angebrachter, diese gemeinsam benötigten und genutzten Informationen und Dokumente an einem vereinbarten Ort klar strukturiert abzulegen. Dort haben alle Personen Zugriff auf die aktuellsten Dokumentversionen und es entsteht ein Archiv aller verfügbaren Dokumente. Dazu gehören unter anderem:

  • Schulprogramm und Jahresplanung
  • Beschlussprotokolle von Sitzungen und Besprechungen
  • Interne Teamagenda
  • Materialien zu Schulanlässen, z.B. Sporttag, Projektwoche (Planung, Ablauf, Dokumente)
  • Aktuelle Reglemente der Schulgemeinde
  • Formulare der Schule (Lagerabrechnungen, Antragsformulare u.a.)

Standbeine des Wissensmanagements 

Der Austausch von Informationen und Wissen hat in der Schule schon immer stattgefunden. Oft geschieht er jedoch zufällig und beschränkt sich auf einzelne Personen, die gegenseitig profitieren. Die digitalen Medien können helfen, den Austausch auf die ganze Schule zu übertragen.

Der bewusste und systematische Austausch von Informationen und Wissen baut auf den drei zentralen Standbeinen Mensch, Organisation und Technik auf (siehe Reinmann-Rothmeier et al., 2001). In der Schule als Organisation müssen gezielt Zeitgefässe geschaffen werden, welche den Austausch ermöglichen. Die technischen Austauschmöglichkeiten, z.B. digitale Dateiablagen, müssen so einfach und nutzerfreundlich gestaltet sein, dass sie die Bestrebungen des Wissensmanagements unterstützen. alle an der Schule tätigen Personen müssen durch Weiterbildungen und Unterstützung befähigt werden, diese nutzen zu können. Zudem muss der Austausch eine gewisse Wichtigkeit innerhalb des Teams erhalten bzw. ein Nutzen erkannt werden.

Einsatz digitaler Austauschplattformen in der Praxis

Eine Auswahl an möglichen digitalen Austauschkanälen wird im Kapitel 7.1 aufgezeigt. Generell bietet das Erfassen und Austauschen von Informationen und Wissen mit Hilfe von digitalen Medien einige Vorteile:

  • Informationen werden an einem Ort aktuell gehalten.
  • Materialien sind für alle berechtigten Personen zugänglich.
  • Dateien können ort- und zeitunabhängig eingestellt, angepasst oder gelöscht werden.
  • Informationen sind durchsuchbar (Suchfunktion).
  •  …

Allerdings stossen digitale Austauschplattformen auch an Grenzen, denn Unterrichten ist eine hochkomplexe Angelegenheit, die ein hohes Mass an implizitem Wissen erfordert. Dieses Wissen kann nicht ohne weiteres verbalisiert und verschriftlicht werden. 

Digitale Austauschplattformen sollen aber nicht nur dazu dienen, Materialien auszutauschen, sondern vor allem dazu, Menschen zusammenzubringen.

Digitale Austauschplattformen sollen aber nicht nur dazu dienen, Materialien auszutauschen, sondern vor allem dazu, Menschen zusammenzubringen. Ergänzend zu einer digitalen Dateiablage könnte innerhalb der Schule ein durchsuchbares Expertenverzeichnis geführt werden. Jede Lehrperson verfügt darin über eine eigene Seite bzw. über ein eigenes Profil. Hier wird stichwortartig sichtbar gemacht, über welches Expertenwissen eine Person verfügt. Beispiele:

  • Expertin in Geräteturnen
  • Durchführung des Musicals «Singen macht fröhlich» mit Elternunterstützung (2012)
  • Vertiefter Einsatz der Lernsoftware «Zahlenblitz»
  • Grosses Wissen, viele Bücher zum «Leben im Mittelalter»

Empfehlungen zur Einführung digitaler Austauschplattformen

Die Einführung von digitalen Austauschplattformen sollte in kleinen Schritten erfolgen. Folgende Empfehlungen erleichtern die schrittweise Einführung von digitalen Austauschgefässen:

Projektartiger Einstieg

Ein zeitlich und inhaltlich begrenzter Einstieg zeigt allen beteiligten Personen die Möglichkeiten auf. Die dadurch gewonnenen Erkenntnisse dienen für die weitere Zusammenarbeit.

Freiwillige Teilnahme

Der gegenseitige Austausch setzt die Bereitschaft der einzelnen Personen voraus. Ein Zwang macht keinen Sinn. Destruktives Verhalten von Personen kann den Austausch der Schule erschweren.

Themenexperten und Verantwortlichkeiten

Bestimmen Sie Personen, die für ein bestimmtes Thema verantwortlich sind. Diese interessieren sich für die Aktivitäten der Lehrpersonen und Klassen in ihrem Themenbereich. Sie betreuen auf der Austauschplattform ihren Bereich. Sie ermuntern Kolleginnen und Kollegen, ihr Expertenwissen dort sichtbar zu machen. Sie löschen alte und überflüssige Informationen und Unterlagen.

7.1 Digitale Werkzeuge für den Austausch von Informationen und Wissen

7.1 Digitale Werkzeuge für den Austausch von Informationen und Wissen
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Die Zusammenarbeit und der Austausch von Informationen und Wissen erfolgt an unserer Schule primär bei persönlichen Treffen und Präsenzveranstaltungen wie Sitzungen oder Arbeitsgruppentreffen (Face-to-Face-Kommunikation). Um die interne Zusammenarbeit und Kommunikation zu vereinfachen und zu fördern, setzen wir ergänzende zu den Face-to-Face-Aktivitäten digitale Technologien (E-Mail, Dateiablage, Chat, u.a.) ein.

Folgende digitalen Technologien werden an der Schule Musterhausen von allen Personen verbindlich eingesetzt:

E-Mail

E-Mail als Kommunikationsinstrument dient im internen Gebrauch vor allem dem Austausch von Informationen und einzelnen Dokumenten zwischen Einzelpersonen (siehe auch Kap. 11: Wie wir kommunizieren).

Chat

Für eine schnelle Kommunikation innerhalb eines Schulhausteams, kann freiwillig die App "Signal" auf dem Smartphone genutzt werden. Dies entscheidet jedes Team selber.

Interne Website / Informationsplattform

Auf der internen Website werden Informationen abgelegt, die das ganze Team der Schule Musterhausen betreffen. Unter anderem werden hier die Protokolle der Schulkonferenz gespeichert. Auf einer Intranetseite ist auch der Teamkalender mit Sitzungsdaten, Schulanlässen einsehbar. Die interne Website ist ein passwortgeschützter Bereich der Schulwebseite. 

Dateiablage / Austauschordner

Das Team nutzt den Online-Speicher eines externen Anbieters. Die Ablage bzw. die Austauschordner können in der Schule oder von zu Hause aus verwendet werden. Arbeitsmaterialien zur gemeinsamen Nutzung werden in diesem Austauschgefäss abgelegt.

 

admin
Vorgehen

Der Austausch von Informationen innerhalb der Schule kann durch den Einsatz von digitalen Technologien unterstützt werden. Machen Sie sich Gedanken, welche Mittel Sie für den schulinternen Austausch von Informationen nutzen möchten. Legen Sie für jeden einzelnen Austauschkanal einfache Nutzungsregeln fest, in denen definiert ist, wofür und wie ein Kanal genutzt werden soll und wer über welche Berechtigungen verfügen soll. 

Erläuterungen & Hintergrundinformationen

Der Austausch von Informationen und Wissen im Team wird in der Schule hauptsächlich im persönlichen Kontakt gepflegt. Die Tätigkeit des Unterrichtens ist eine komplexe Aufgabe, die nicht detailgenau verschriftlicht und weitergegeben werden kann. Digitale Technologien bieten die Chance, die Personen einfacher und/oder zielgerichteter in Kontakt zu bringen. Auch der Austausch von einfachen Informationen und Materialien kann durch digitale Technologien unterstützt werden.

Kommunikation: direkt/indirekt und synchron/asynchron

Bei Kommunikation, also dem gegenseitigen Austausch, kann zwischen verschiedenen Formen unterschieden werden:

Direkte und indirekte Kommunikation

Die direkte Kommunikation ist die ursprünglichste Kommunikationsform. Sie ist dadurch gekennzeichnet, dass die kommunizierenden Personen anwesend sind und immer unmittelbar auf die Kommunikation Einfluss nehmen. Man spricht hier von einer Face-to-Face-Kommunikation. Demgegenüber steht bei der indirekten Kommunikation ein Medium zwischen den Personen.

direkt:

Gespräch von Lehrpersonen im Lehrerzimmer

indirekt:

Brief, Telefongespräch, E-Mail-Austausch

synchrone und asynchrone Kommunikation

Kommunikation wird als synchron bezeichnet, wenn sich die beteiligten Personen zeitgleich der Kommunikation widmen. Demgegenüber erfolgt die asynchrone Kommunikation zeitversetzt. Eine schriftliche Nachricht muss nicht in dem Moment gelesen werden, in dem sie geschrieben wird. Der Leser entscheidet selbst, wann er lesen und antworten will oder kann.

synchron:

Gespräch im Lehrerzimmer, Telefongespräch, Online-Chat

asynchron:

E-Mail-Austausch, Austausch in einem Diskussionsforum im Internet

Digitale Werkzeuge für das Wissensmanagement

Es gibt eine Fülle an digitalen Werkzeugen, die der Kommunikation und damit auch dem Austausch von Informationen und Wissen dienen (können). Schulen, die ein bewusstes Wissensmanagement pflegen, benennen diese Werkzeuge und damit verbundene Regeln zur Nutzung explizit.

Untenstehende, unvollständige Auflistung stellt einige häufig eingesetzte Werkzeuge kurz dar:

E-Mail

E-Mail ist ein Werkzeug für die indirekte, asynchrone Kommunikation. Es kann zum Austauschen von einfachen Informationen und einzelnen Dokumenten genutzt werden. E-Mails sind für den spezifischen Austausch unter einzelnen Personen oder in kleinen Gruppen geeignet. Die Kommunikation per E-Mail ist sehr weit verbreitet. Dennoch oder vielleicht gerade deshalb ist es für Schulen wichtig festzulegen, wie und was via E-Mail kommuniziert werden soll (siehe Kap. 11: Wie wir kommunizieren).

Sonderformen von E-Mail-Kommunikation sind Newsletter und Mailing-Listen.

Newsletter dienen dazu, eine Gruppe von Personen mit Informationen per E-Mail zu versorgen. Nur berechtigte Personen dürfen Mails versenden, z.B. die Schulleitungspersonen.

In Mailing-Listen (Verteilerlisten) sind Personen eingetragen, die sich gegenseitig mit Informationen beliefern. Jedes Mitglied der Gruppe erreicht durch ein Mail an die Gruppe alle Mitglieder und empfängt alle E-Mails der anderen Mitglieder. Innerhalb von Schulen sind die Personengruppen, die miteinander kommunizieren, überblickbar, so dass sich das Einrichten von Mailing-Listen nicht lohnt.

(Internet-)Telefonie

Telefonieren wird in Volksschulen hauptsächlich für die Kommunikation mit Aussenstehenden genutzt. Es ist zwar denkbar, dass auch innerhalb von Schulanlagen telefoniert wird. Allerdings ist es da oft sinnvoller, die Lehrerkolleginnen und -kollegen persönlich aufzusuchen.

Die meisten Lehrpersonen verfügen über ein privates Mobiltelefon. Sie sind dadurch direkt erreichbar, per Anruf oder SMS. Die ständige Erreichbarkeit für schulische Anliegen hat für die einzelnen Personen Vor- und Nachteile. Schulen und deren Lehrpersonen sollten diese Vor- und Nachteile gegeneinander abwägen und für die interne Kommunikation einfache Verhaltensregeln definieren.

Bei der Internet-Telefonie (z.B. Skype) entscheiden die Personen selber, wann sie erreichbar sein wollen. Für andere Personen ist zudem ersichtlich, ob jemand erreichbar bzw. online ist. Bei Internet-Telefonie kann auch das eigene Videobild übermittelt werden, um dem Gefühl eines direkten Face-to-Face-Gespräches noch näher zu kommen. Für Internet-Telefonie sind ein Arbeitsgerät (Computer mit Mikrofon/Lautsprecher, Smartphone u.ä.) mit Telefonie-Software und eine Verbindung ins Internet notwendig.

Der Austausch per (Internet-)Telefon kann niederschwellig erfolgen, ist allerdings während des Unterrichts von Lehrpersonen in den allermeisten Fällen nicht möglich.

Chat

Chatprogramme ermöglichen es Personen, synchron zu kommunizieren, sich zeitgleich zu unterhalten. Wie bei der Internet-Telefonie entscheiden die Personen selber, wann sie erreichbar sein wollen. Wer online ist, kann niederschwellig kontaktiert werden. Chat ist geeignet für Situationen, in denen möglichst rasch wenige Informationen geteilt werden müssen. Auch dann, wenn ein telefonisches Gespräch nicht möglich ist, kann ein (Text-)Chat Vorteile bieten. Bei der Zusammenarbeit von Lehrpersonen spielen Textchats kaum eine Rolle.

Interne Website

Bei einer internen Website handelt es sich um Internetseiten, die nur für berechtigte Personen zugänglich sind. Hier werden Informationen, Dokumente, Agenda u.a.m. für den internen Gebrauch bereitgestellt. Schulen müssen klären, wer genau für welche Bereiche Lesezugang erhält und wer die Seiten bearbeiten und verändern darf.

Um die Komplexität für die Ersteller gering zu halten und den Aufwand für Wartung zu minimieren, könnte dafür ein Content Management System (CMS) eines externen Anbieters eingekauft werden. Die internen Seiten könnten auch als passwortgeschützter Bereich der Schulwebsite angelegt werden (siehe Kap. 11.4).

Blog & Wiki

Auch bei einem internen Blog oder einem internen Wiki handelt es sich um Internetseiten, die nur für berechtigte Personen zugänglich sind. Während die interne Website nur von leitungsverantwortlichen Personen mit Inhalt bestückt werden kann, werden bei einem Blog oder einem Wiki alle beteiligten Personen zu Autoren. Jede berechtigte Person darf eigene Inhalte einstellen. Es kann gegenseitig ergänzt oder kommentiert werden.

Bei einem Blog werden verfasste Beiträge in chronologischer Reihenfolge dargestellt. Auch diese Beiträge können von anderen Personen kommentiert werden.

In einem Wiki können alle Personen sämtliche gewünschten Inhalte erstellen, bearbeiten und in einer Struktur verankern. Wiki wird hier als exemplarisches Werkzeug für das gemeinsame, kooperative Erarbeiten von Inhalten aufgeführt. Selbstverständlich gibt es auch Werkzeuge diverser Anbieter, die ein Wiki-ähnliches, gemeinschaftliches Arbeiten ermöglichen.

Expertenverzeichnis

Ein Expertenverzeichnis ist kein eigentliches ICT-Werkzeug, sondern bezeichnet eine Methode im Wissensmanagement, die Experten in der Organisation sichtbar macht. Die Lehrpersonen pflegen dafür ein eigenes Personenprofil, in dem sie Spezialkenntnisse aus Beruf und Privatleben freiwillig aufführen. Erweiternd dazu nennen sie auf ihrer Profilseite auch Materialien, die sie zur Verfügung haben (z.B. Unterrichtsmaterialien, Sportgeräte, Bücher). Mit Hilfe der Suchfunktion oder dem gezielten Studium der Profile anderer können Lehrpersonen Kolleginnen und Kollegen auffinden, die über gesuchtes Know-how und Material verfügen. Im anschliessenden persönlichen Kontakt können Informationen, Wissen und Materialien ausgetauscht werden.

Oft ist es abschreckend für Lehrpersonen, ihre Materialien anderen Personen kommentarlos anbieten zu müssen. Mit der Methode des Expertenverzeichnisses wird zunächst nur transparent gemacht, was sie zu bieten haben. Die Weitergabe erfolgt im persönlichen Kontakt, was die Hemmschwelle deutlich senkt.

Als ICT-Werkzeuge können webbasierte Datenbanklösungen eingesetzt werden. Als niederschwellige Lösungen können genauso erfolgreich Profilseiten auf der internen Informationsplattform oder in einem geschlossenen Wiki eingesetzt werden. Ein wichtiges Kriterium für die Nutzung ist eine eingebaute Suchfunktion.

Teamagenda / Terminlisten

Der schulische Alltag wird durch viele Termine für Sitzungen, Besprechungen, Schulanlässe u.a. bestimmt. Oft kommen im Verlaufe des Jahres neue Termine hinzu oder langfristig festgelegte Termine müssen verschoben werden. Der Teamkalender verändert sich im Laufe der Zeit. Damit alle Mitglieder der Schule jederzeit auf die aktuelle, interne Schulagenda zugreifen können, ist es sinnvoll, einen digitalen Kalender einzurichten.

Es gilt zu bestimmen, welche leitungsverantwortlichen Personen Termine in die Agenda eintragen, verändern oder löschen dürfen.

Dateiablage

An Schulen herrscht ein reger Austausch von Materialien (siehe Kap. 7). Viele dieser Materialien liegen in Form von digitalen Dateien vor. Um einen organisierten Austausch mit mehreren Personen zu ermöglichen, wird ein internes Ablagesystem benötigt. Hier können Dokumente abgelegt, abgeholt und ausgetauscht werden. Die Nutzung der Dateiablage sollte auch ausserhalb des Schulareals möglich sein. So kann von jedem Ort mit Internetzugang gearbeitet werden, also auch von zu Hause aus.

Die interne Dateiablage kann auf einem Server innerhalb der eigenen Schule angelegt werden oder es wird Speicherplatz bei einem externen Cloud-Speicher-Anbieter erworben. Letzteres bietet den Vorteil, dass keine eigene Infrastruktur betrieben werden muss. Nachteilig ist allenfalls, dass die Benutzer separat administriert werden müssen. In jedem Fall müssen der Datenschutz und die Datensicherheit gewährleistet sein.

Es ist allerdings ein Irrglaube, das alleinige Bestehen der Ablage verbessere den Austausch. Es müssen Massnahmen ergriffen werden, damit die Dateiablage gewinnbringend genutzt werden kann (siehe Kap. 7.2).

Lernplattformen

Lernplattformen vereinen verschiedene oben aufgeführte Tools auf einer Plattform (Nachricht, Chat, Ablage, Termine etc.). Damit bieten sie den grosse Vorteil, dass die Mitarbeitenden einer Schule sich nur bei einem Dienst anmelden und diesen pflegen müssen. Zusätzlich sind die verschiedenen Werkzeuge miteinander verbunden und lassen sich kombinieren. Diese Lernplattformen können auf der Ebene der Schulorganisation als auch auf der Ebene der Klassen bzw. Schülerorganisation verwendet werden. Typische Beispiele sind Moodle oder Office365.

 

7.2 Organisation und Pflege des Austausches

7.2 Organisation und Pflege des Austausches
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Damit Kommunikation und Zusammenarbeit reibungslos verlaufen, definiert die Schule Musterhausen einige Kommunikationsregeln (siehe dazu Kap. 11: Wie wir kommunizieren) und bestimmt verantwortliche Personen für die Betreuung von Inhalten und Werkzeugen.

E-Mail oder Chat

Offizielle Informationen innerhalb der Schule werden mit E-Mail versandt. Die Mitglieder des Schulteams sind verpflichtet, ihre Mails jeden Tag zu lesen und zu bearbeiten (Ausnahme: Schulferien). Es ist zu beachten, dass mit E-Mails keine sensitiven Personendaten versendet werden. 

Chats können auf Signal eingerichtet werden, sind aber freiwillig.

Interne Webseite / Informationsplattform

Auf der internen Webseite werden alle wichtigen Informationen (z.B. Sitzungsprotokolle, Termine, Vereinbarungen), die das ganze Team oder einzelne Arbeitsgruppen betreffen publiziert. Die Schulleitung ist für den Inhalt verantwortlich, kann die Erstellung aber delegieren.

Für die Lehrpersonen besteht eine Holschuld. Sie sind verpflichtet, mindestens einmal wöchentlich die Neuigkeiten auf der Plattform einzusehen. Die Lehrpersonen können sich zu einzelnen Beiträgen äussern oder Ergänzungen anbringen, indem sie die Kommentarfunktion nutzen.

Dateiablage / Austauschordner

In der Dateiablage nutzt die Schule Musterhausen eine gemeinsam vereinbarte Struktur, die es erleichtern soll, Dateien am richtigen Ort abzulegen bzw. bestimmte Dateien gezielt zu finden. Dateien, die nicht mehr gebraucht werden oder veraltet sind, werden vom Ersteller, von der Erstellerin gelöscht oder ins Archiv verschoben.

Zur Verfügung gestellte Unterlagen (z.B. Lektionsplanungen, Unterrichtsmaterialien, Dokumentvorlagen) dürfen für die Arbeit an der Schule ungefragt und uneingeschränkt verwendet werden. Möchte jemand Unterlagen weitergeben (z.B. an eine Kollegin einer anderen Schule), dann ist das Einverständnis des Erstellers oder der Erstellerin notwendig.

Die ernannten Themenverantwortlichen sind zuständig für bestimmte Themenbereiche der Dateiablage. Sie halten die Dateiablage möglichst aktuell, entfernen veraltete Materialien und ergänzen sie durch neue. Die Themenverantwortlichen animieren Lehrerkolleginnen und -kollegen, interessante Informationen und Materialien in der Dateiablage zugänglich zu machen.

Für die Pflege von Dateiablage / Austauschordner plant die Schulleitung für die Lehrpersonen bewusst Zeitgefässe ein.

admin
Vorgehen

Definieren Sie einfache Benutzungsregeln für den Umgang mit digitalen Medien, die Sie für die Zusammenarbeit und den Austausch von Informationen und Wissen einsetzen. Folgende ausgewählte Leitfragen unterstützen Sie bei dieser Aufgabe:

Rechte: Wer darf was?

  • Wer darf Informationen und Materialien publizieren oder ablegen?
  • Wer darf interne Informationen und abgelegte Materialien verwenden?
  • Wer darf sich auf welche Art beteiligen?
  • Verpflichtungen: Wer muss was?
  • Welche Informationen und Materialien müssen für andere zugänglich gemacht werden? Welches ICT-Mittel wird dafür verwendet?
  • Welche Verpflichtungen haben die einzelnen Personen im Umgang mit den publizierten Informationen und den abgelegten Materialien?
  • Welche Zuständigkeiten für bestimmte Werkzeuge oder Themen sind nötig? Welche Aufgaben haben die zuständigen Personen?

Bedenken Sie, dass das alleinige zur Verfügung stellen von Gefässen und Werkzeugen nicht per se zu einem intensiven Austausch führt. Es braucht dafür eine Schulkultur, die dem Austausch förderlich ist, indem entsprechende Zeitgefässe zur Verfügung stehen und indem Rechte und Pflichten aller Beteiligten festgelegt werden (siehe Kap. 7).